Endlich wieder arbeiten

Nun ist es soweit. Endlich darf ich zurück in den Führerstand. Nach 85 Tagen 5 Stunden und 27 Minuten fahre ich wieder. Diese Zeit liegt zwischen meinem letzten Halt vor dem Prellbock in Einsiedeln und der ersten Abfahrt von mir seither. Dies ist eine sehr lange Zeit, die von vielen Fragen und Unsicherheiten begleitet wurde.

Seit diesem letzten Halt in Einsiedeln wurde meine Lungenerkrankung genauer diagnostiziert und auch meine Fahrtauglichkeit neu abgeklärt. Dass ich noch fahrtauglich bin, stellte die grösste Erleichterung für mich dar. Es hätte auch sein können, dass der erwähnte Halt der letzte meiner Karriere als Lokführer gewesen wäre. Doch die ganze Coronakrise brauchte neue Wolken über mich und meine Familie. Mit meinem behinderten Sohn und neu auch mir sind wir 2 Angehörige der Risikogruppe. So wurde ich, obwohl wieder zum führen von Zügen zugelassen, aus dem Führerstand weiter verbannt und zum zuhause bleiben „verdonnert“.

Ich habe mich auch strikt an die Empfehlungen an die Risikogruppen gehalten. Ich blieb zu Hause, habe keinen Besuch empfangen, habe Abstand zu meiner Tochter gehalten, die weiterhin zur Arbeit gegangen ist. Raus gegangen bin ich auf den Balkon und ab und zu für einen Spaziergang. Ich habe mir eine kleine Runde von ca. 3 km zugelegt, auf der sehr wenige Leute anzutreffen waren. Meist absolvierte ich die Runde alleine, manchmal habe ich meinen Sohn im Rollstuhl mitgenommen. So habe ich das Ganze bis jetzt sehr gut überstanden, ausser das mir das arbeiten sehr gefehlt hat. Aber bis jetzt ist meine Familie von Covid 19 verschont geblieben. Ich hoffe sehr, dass es auch so bleibt.

Aber jetzt ändert es sich wieder. Auch ich als Risikogruppen-Angehöriger werde wieder im Führerstand gebraucht. Somit kehre ich nun in den Führerstand zurück. Endlich, nach so langer Zeit wieder arbeiten, wieder den Spass fühlen, den mir meine Arbeit macht. Klar, ich habe besondere Auflagen, werde oft eine Schutzmaske tragen müssen etc. aber das ist mir egal, ich bin einfach froh, wieder Züge fahren zu dürfen.

Schützt Euch und die Anderen

Nun hoffe ich einfach, dass sich die Leute trotz den Lockerungen an die immer noch geltenden Regelungen und Schutzmassnahmen halten. Dies ist zur Zeit meine grösste Angst, dass sich viele, die nicht zur Risikogruppe gehören oder im Coronavirus keine Gefahr sehen, nicht mehr an die Grundregeln halten und es somit wieder zu mehr Fällen kommen wird und ich dann wieder zu Hause bleiben muss.

Ich möchte auch noch etwas loswerden an diejenigen, die immer sagen, dass die ganzen Corona Schutzmassnahmen unnötig waren, weil es ja gar nicht so viele Fälle gegeben hat, wie angenommen wurde. Habt ihr Kommentierer, Demonstranten etc. euch auch mal überlegt, dass es vielleicht nicht so viele Fälle gegeben hat, weil diese Schutzmassnahmen ergriffen wurden und gewirkt haben? Aber jedem seine Meinung, steckt mich bitte einfach nicht an. Haltet die Empfehlungen und Auflagen ein, die noch gelten. Schützt Euch soweit nötig, das mache ich auch. Ich habe mich jetzt schon wochenlang eingeschränkt. Ich möchte nicht, dass es für die Katz war!

Blumenmakro die zweite, inkl. Philosophie

Ich habe es nochmals versucht. Es hat mir keine Ruhe gelassen, dass die Makros aus der Hand geschossen werden mussten und meine eigenen Ansprüche nicht erfüllt haben. Deshalb habe ich heute zum Stativ gegriffen und das Ganze nochmals versucht. Der Hauptgrund war eigentlich ein Löwenzahn, der seit heute in einem alten Blumenkistchen vom letzten Jahr angefangen hat zu blühen. Aber dazu später. In dem besagten Kistchen fand sich halt auch noch ein Veilchen, weshalb ich es auch nochmals versucht habe. Hier finde ich habe ich die Schärfe besser getroffen als letztes Mal, liegt aber sicher am Stativ, , auch wenn der Wind doch immer wieder die Blumen bewegt hat. Ja es hat sich auch bei diesem Versuch mal wieder gezeigt, dass die Schärfentiefe halt im Makrobereich doch klein ist und die kleinste Bewegung vom Wind das Bild unbrauchbar machen kann. Die hellen Punkte auf dem Veilchen sind übrigens Blütenpollen.

Dies war der Grund, warum ich mit der Ausrüstung nochmals den Balkon gestürmt habe. Heute habe ich den ersten Löwenzahn am dem Balkon entdeckt. Im Gegensatz zum letzten Versuch befanden sich die heute abgebildeten Blüten in einem alten Blumenkistchen vom letzten Jahr. Dieses konnte ich umplatzieren, damit es mit dem Stativ auch gut aufzunehmen war. Ich habe versucht, in diesem Bild die Blütenstände des Löwenzahns mit den Pollen daran möglichst in Szene zu setzen. Idealerweise wäre im Bokeh im Hintergrund eine grüne Blumenwiese, war halt heute beim Versuch nicht drin.

ab hier schweife ich ab in die Philosophie

Ich merkte heute sehr, dass ich längere Zeit das Fotografieren vernachlässigt habe. Die richtigen Einstellungen zu finden sind mir viel schwerer gefallen als vor ein paar Jahren. So gesehen hat die ganze Coronakrise vielleicht doch noch etwas positives. Ich bin ja seit kurzem Angehöriger einer Risikogruppe, da Anfangs Jahr eine schwere Lungenerkrankung bei mir gefunden wurde. Aus diesem Grund bin ich zur Zeit beurlaubt. Als Lokführer ist Home Office noch schwierig, da sich unser Arbeitsgerät (noch) nicht fernsteuern lässt. Deshalb habe ich im Moment eine Menge Zeit. Deswegen ist mir wahrscheinlich auch die Idee gekommen, dass ich meine alte Webseiten-Adresse ja wieder aufleben lassen könnte. Nun habe ich gerade noch eine Woche Ferien. Das Schlechte an der Situation ist nun, dass ich als Risikogruppenangehöriger zu Hause bleibe. Ok, kurze Spaziergänge mache ich zwischendurch, aber nur dorthin wo mir wenige Leute begegnen, da ich das Social Distancing sehr ernst nehme. So schön es ist, Zeit für Hobbys zu haben, genügend Zeit zu haben um für die Periodische Prüfung zu lernen, die wir Lokführer alle 5 Jahre absolvieren müssen und dieses Jahr noch fällig ist. Aber mir fehlt die Arbeit, am Morgen früh dem Sonnenaufgang entgegen zu fahren oder am Abend die blaue Stunde zu geniessen, während ich unterwegs bin. Ich hoffe wirklich, dass die Leute die Massnahmen ernst nehmen, auch ich möchte bald wieder arbeiten gehen!